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Upcycling-Teppich gewinnt Bundespreis Ecodesign

Von insgesamt 132 Einreichern siegte am Montag, den 11.11.2013, die Textildesignerin Ute Ketelhake mit ihren “Second Life Rugs” in der Kategorie Produkt. Wie die Begründung der Jury ausfiel und worauf sich die Gewinnerin jetzt freuen darf.

Vor nicht einmal einem Jahr gründete Ute Ketelhake ihre Firma “Second Life Rugs”, schon ist sie Preisträgerin des Bundespreises ecodesign. Und darauf kann sie zu recht stolz sein. “Es war einfach toll”, schwärmt sie nach der Preisverleihung und strahlt ihr schönstes Siegerlächeln.

Ute Ketelhake erhälte Bundespreis ecodesign

“100 Stunden knüpfe ich für einen Wollteppich am Webstuhl daheim. Zeit genug, um sich zu fragen, ob das Ganze einen Sinn macht”, erinnert sich die Mutter einer Tochter.

Etliche Knoten küpft Ute Ketelhake von Hand

Doch die Begeisterung, die sie mit ihren hochflorigen, kuscheligen Teppichen auslöste, gab ihr immer wieder Zuversicht. Und wurde am Montagabend belohnt. Gegen 17 Uhr wurde die Designerin von Ursula Heinen, der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, sowie Jochen Flasbarth, dem Präsident des Umweltbundesamtes mit dem Bundespreis im Ecodesign geehrt. Beide betonten, dass gerade beim Design schon der Umweltschutz beginnt. “Denn da werden die Weichen gestellt, ob ein Produkt die Leute dazu verleitet, sich umweltgerecht zu verhalten oder nicht”, gibt Ute Ketelhake wieder. Mit ihren handgewebten Hochflorteppichen dürfte das allemal gelingen. Zweitleben.de besuchte die Unternehmerin in ihrem Haus in Springe und überzeugte sich selbst.

Direkt vom langgestreckten Flur erblickt man einen großen Webstuhl in einem lichtdurchfluteten Raum. Gleich um die Ecke steht ein zweites Exemplar darin. Für Ute Ketelhake ein vertrauter Anblick. Denn: “Meine Mutter war Weberin”, erklärt sie.

“Die Idee zu den Upcycling-Teppichen war eine Badewannen-Idee”, entsinnt sie sich. Nach jahrelangen Stationen in Teppichfirmen, Druckereien und im Ausland erinnerte sie sich an ihre Zeit des Studiums. “Schon damals faszinierte mich die Idee, Teppiche aus bereits benutzten Materialien herzustellen. Dieser Gedanke war auf einmal wieder stärker präsent”, sagt sie. Kurzerhand zerschnitt sie einen alten Pulli und ein Strickkleid, filzte, experimentierte und webte daraus ihren ersten Prototyp.

Der "Prototyp" für die Upcycling-Teppiche

“Doch heute greife ich auf hochwertige Produktionsüberschüsse aus der Textilindustrie zurück”, sagt sie. Mehrere Lieferanten von Herstellern nachhaltiger Kleidung versorgen Ute Ketelhake mit bereits gesponnener und gefärbter Wolle.

Aus diesen Fransen webt Ute Ketelhake Teppiche

Aus 25 Kilo in Streifen geschnittener Wollreste entstehen in Zusammenarbeit mit sozialen Werkstätten drei Quadratmeter große und zirka 5 Zentimeter hohe “Second Life Rugs”. Preis: 500 Euro pro Quadratmeter. Lieferzeit: 10 Wochen. Ute Ketelhake greift in das dichte Material. “Besonders geheimnisvoll und schön wirkt der Teppich am Abend, in der Zeit wo man nach Hause kommt ist er präsent, wie ein kuscheliges Haustier”, sagt sie und setzt sich auf einen weiß-beigen-Teppich.

Ute  Ketelhake auf ihrem "Second Life Rugs"

“Die Optik soll an Kiesel im Flußbett erinnern”, sagt sie. Andere an einen mit Moos bedeckten Waldboden. Der Bezug zur Natur ist ihr wichtig. Denn: “Ich möchte, dass Komfort und Behaglichkeit ebenso wie Verantwortung für die Umwelt das Produkt ausmachen und es zu einem Lieblingsstück werden lassen”, betont sie. Und damit das noch mehr gelingt, versteckt sie in jedem ihrer Upcycling-Teppiche kleine Botschaften. Ein kleines Herz aus Metall, ein Knopf mit Vorleben oder ein Anstecker einer früheren Trachtenjacke. “Alles Relikte mit Vorleben”, meint sie und grinst erneut. “Wenn ein Teppich fertig ist und hier aus dem Haus herausgetragen wird, staunen die Nachbarn nicht schlecht”.” An diesen Anblick müssen sie sich wohl demnächst öfters gewöhnen.

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